Avant la lettre

Einladung-Avant-Lalettre

IMG_6474_WEB_1

IMG_6535_WEB

IMG_6491_WEB

IMG_6455_WEB_B+3

IMG_6390_WEB

IMG_6509_WEB

IMG_6488_WEB

IMG_6398_WEB

IMG_6512_WEB

IMG_6542_WEBFoto. offraum 8

RAUMPLAN als pdf: Raumplan-Avantlalettre

 

Franz Erhard Walther

„Das Zeichnen hat sich über die Zeiten als das direkteste, elementarste und künstlerisch stabilste Ausdrucksmittel erwiesen: als Notation, Skizze, Schrift, Übung, Entwurf, Vorzeichnung, Planzeichnung, Konstruktionszeichnung, vorbereitende Studie, Mittel zur Formklärung, auch als eigenständige Werkformulierung. (…) Ist sie dabei nur werkbegleitend oder steht sie in dessen Zentrum? Ersteres sah ich mit Interesse an, letzteres wurde ins Pantheon gehoben. Das Gedränge war hier nie allzu groß.“

„Die Linie kann konventionell auf einem Blatt Papier auftreten, sie kann plastisch im Raum sein, sie kann auch in der Bewegung des Körpers existieren und somit einen zeitlichen Charakter haben.

In meiner Werksatzarbeit wird die plastische Handlung im Raum als Werk definiert. Zeit, Raum, Körper, Sprache, Erinnerung sind dabei das Material, so wie es Holz, Stein und Metalle für die traditionellen Mitteln arbeitenden Bildhauer sind. Die dabei entstandenen Werkformulierungen und gemachten Werkerfahrungen, das was mir und Anderen in den Handlungen als Werk begegnet ist, habe ich in Zeichnungen zu fassen versucht. Dabei erhielt – für mich unerwartet – die klassische Handzeichnung wieder eine Funktion. Die darin enthaltene zeichnerische Konzeption, dass Betrachtung und Handlung in eins fallen, ist bis heute geblieben.“

– Franz Erhard Walther, „Franz Erhard Walther Der Kopf zeichnet. Die Hand denkt“, S. 39-43.-

Henk Visch

„Die Zeichnungen von Visch besitzen eine ausgesprochene direkte Aussage. Es ist leicht vorstellbar, dass sie auch außerhalb Museen, im Kontext des Alltäglichen, über eine große Aussagekraft verfügen. Es ist unmöglich, an ihnen vorbeizugehen, ohne sie wahrzunehmen. Sie wecken die Neugierde in einer Pose – häufig in der Form eines Menschen – inmitten eines leeren Raumes von Weiß, die nur ein oder zwei bedeutungstragende Formen enthält. Diese Sparsamkeit bietet viel Raum für Suggestionen und öffnet dem Betrachter eine Welt voller Assoziationen.“      

-Anke van der Laan, „Henk Visch tekeningen/Zeichnungen“, S. 6.- 

„Henk Visch hat einmal gesagt, dass die Zeichnungen für ihn keine „Bildhauerzeichnungen“ sind. d.h. sie sind keine Skizzen oder Entwürfe der Skulpturen. Dennoch bereiten sie für ihn Themen vor, die er in den plastischen Arbeiten konkretisiert. (…) Der Künstler beschreibt den Stellenwert seiner graphischen Arbeiten indem er sagt, dass er sich mit ihnen seinen bildhauerischen Themen durch Umschreibung nähert, sie umkreist und zu ergründen versucht, bevor sie eine Form annehmen.“        

-Norbert Nobis, „Henk Visch tekeningen/Zeichnungen“, S. 11.-  

Ulrike Termeer

„Termeer bildet nie ab, auch wenn sie die Titel auf spezifische Persönlichkeiten, Landschaften oder Episoden bei Proust zurückgreifen. Häufig erhält die Zeichnung, die Zeichnungsreihe ja erst nach Fertigstellung einen Titel, je nachdem ihrem Empfinden nach der Grundakkord der Arbeit etwas bei Proust nachklingen läßt. (…) Überhaupt scheinen die Arbeiten Termeers aus unzähligen „Echos“ zu bestehen. Charakteristisch und zugleich das Faszinierende an ihnen sind die vielfältigen, stets im Wandel begriffenen Eindrücke, die sie erwecken, die in ein zwar geschlossenes, jedoch nicht in ein unabänderbares Bild münden.“

„Termeer bring ihre bildnerischen Vorstellungen über das Medium der Zeichnung zu Papier: Werkzeuge wie Blei- und Ölwachsstift, Graphit, Gouache und gepreßte Ölfarbe ermöglichen die unmittelbarsten und nuancenreichsten Niederschriften jedweder Regungen des Geistes und des Gemüts, ohne zugleich das Malerische auszuschließen. Unaufdringlich und zurückhaltend, mit nicht einer Spur der Affekthascherei, dennoch selbstbewußt und mit Entschiedenheit entwirft Termeer graphische und bildnerische Kleinodien, die sich so zwangslos, selbstgenügsam und wie selbstverständlich entfalten, als wären sie, um die gleiche Stelle bei Proust nochmals zu paraphrasieren, „ohne menschliches Zutun ganz sich selbst überlassen“. Aus diesem Grund setzt eine Wertschätzung ihrer Arbeiten die Kenntnis von Proust, der für Termeer das Paradigma bedeutet, der ihr „eine Art zu sehen“ vermittelt, die ihrer Kunst ihre einzigartige Note verleiht.“

– Alfred M. Fischer, „Ulrike Termeer, Eine Art zu sehen“, S. 9-10.-